Justus-von-Liebig-Schule Göppingen

Tag der beruflichen Oberstufe

Die Mittlere Reife in der Tasche – was kommt jetzt? Eine mögliche Antwort auf diese Frage fanden knapp 300 Schüler am Mittwoch, den 20.11.2019 an der Göppinger Öde. Die Neunt- und Zehntklässler der Gemeinschafts-, Real- und Werkrealschulen im Stadtgebiet bekamen die Gelegenheit, die Oberstufe der Beruflichen Schulen kennenzulernen. Mit ein großer Vorteil für die Eleven – während die vier allgemeinbildenden Gymnasien Göppingens nach wie vor eine zweijährige Kursstufe (G8) haben, bekommen die Schüler an der Öde drei Jahre Zeit in der Oberstufe, um das Abitur zu erlangen.

Von Angela Sakschewski (Kaufmännische Schule Göppingen)

„Der Tag bei uns soll Sie neugierig machen. Sie können hier die Allgemeine Hochschulreife erreichen, der einzige Unterschied ist, dass Sie zusätzlich – je nachdem, welchen Schultyp Sie wählen – ein bestimmtes Profilfach haben“, erklärte Studiendirektor Gerold Höferlin den Gästen zu Beginn der Veranstaltung. Höferlin zeichnet sich an der Gewerblichen Schule als Abteilungsleiter für das Berufliche Gymnasium verantwortlich. Seine Abteilungsleiterkollegen Hans Strobel (Justus-von-Liebig-Schule) und Thomas Liski (Kaufmännische Schule) freuten sich sehr, dass so viele Schüler der Einladung gefolgt waren: Anfängliche Sorgen, dass es logistische Schwierigkeiten gebe, wenn man 300 Schüler durch das Zentrum und drei verschiedene Schulen lotsen müsse, erwiesen sich als unbegründet: „Es hat wirklich alles wunderbar geklappt“, freute sich Strobel. „Sein“ Gymnasium bietet sowohl ein ernährungswissenschaftliches (EG), als auch ein sozialwissenschaftliches (SG) Profil an. Beim Schnuppertag konnten die Kids zusammen mit den Lehrerinnen Mechthild Hafner und Susanne Oeser chemische Versuche starten oder sich an der Umfrage-App „Kahoot“ ausprobieren, während Debora Blessing und Sven Trabandt die Schüler im Fach Psychologie über „Konfliktmanagement“ oder den Aufbau einer klassischen Therapie informierten. Handfester ging es da naturgemäß in den Inforäumen an der Gewerblichen Schule zu: Im Profil Umwelttechnik lernten die Jugendlichen bei Uwe Carnaghi Solarthermie und Brennstoffzellen in Versuchsaufbauten kennen, während sie bei Dr. Anke Brüderlin ein Computerprogramm für eine sich bewegende Pyramide kreieren konnten. „Im Unterricht schreiben wir dann beispielsweise Computer-Programme wie Snake. So etwas macht den Schülern natürlich besonders viel Spaß“, erklärte die Mathematikerin.
„Ihr habt jetzt nicht wirklich geglaubt, dass ihr diesen 50-Euro-Schein behalten dürft?“, schmunzelte Petra Schmid vor einer Gruppe in der Kaufmännischen Schule. Bei einem kleinen Planspiel hatte die gymnasiale BWL-Lehrerin den interessierten Schülern erklärt, was ein so genanntes „Scherzgeschäft“ ist. „So etwas lernt ihr dann beispielsweise im Vertragsrecht“, sagte sie. Wie es im „echten“ Geschäftsleben zugeht, konnten die Jugendlichen dann bei der schuleigenen Firma „Jukon“ und der so genannten Schülerfirma erfahren. An der Kaufmännischen Schule informierte Abteilungsleiter Werner Krapf zusätzlich über das Berufskolleg, das nach zwei Jahren mit der Fachhochschulreife endet: „Wenn Sie diesen Abschluss machen, können Sie an den Fachhochschulen in Baden-Württemberg studieren“, meinte er.